Nepal – das spirituelle Kleinod Asiens

Nepal, ein ehemaliges Königreich und Land der Götter, Mythen und Legenden präsentiert sich mit der weltweit höchsten Anzahl an Achttausendern im Herzen des gewaltigen Himalayas in Asien zwischen China und Indien. Die geografischen Begebenheiten in Nepal sind prädestiniert für ausgedehnte Trekking-Touren, reißende Flüsse ermöglichen lebendige Rafting-Touren und Naturliebhaber werden in Nepal eine faszinierende und unberührte Naturlandschaft in einer Bergwelt am Fuße des Mount Everest finden. Neben der beeindruckenden Natur überzeugt Nepal viele Reisende ebenfalls mit seinem besonderen spirituellen Flair. Der Alltag in Nepal wird vom Hinduismus und vom Buddhismus geprägt und das ganze Land besticht durch eine Vielzahl religiöser Bauten aus Tempeln, Schreinen und vielen anderen Heiligtümern, die auf eine geschichtsträchtige Reise mit vielen Sehenswürdigkeiten einlädt.

Trekking - Nepal
Nepal bietet traumhafte Trekkingtouren durch eine atemberaubende Gebirgswelt.

Die beste Reisezeit für Nepal sind die Monate Oktober und November, wenn die Monsunzeit vorbei ist, kein Staub und keine Wolken den Blick auf das Himalaya Gebirge verdecken und Temperaturen bis zu 29 Grad herrschen. Von Februar bis April ist der Himmel oftmals mit Wolken durchzogen, doch Trekking-Touren lohnen sich in dieser Zeit in Nepal dennoch, denn die Blütezeit verzaubert die Bergwelt in ein Meer der Farben.

Für eine Reise nach Nepal benötigt man ein Visum, das man am besten von zu Hause aus beantragt, man kann es sich aber auch vor Ort, am Flughafen Tribhuvan Airport, erstellen lassen.

Kathmandu – Hauptstadt von Nepal

Die Reise durch Nepal beginnt in Kathmandu, der Hauptstadt des Landes, die zugleich die größte Stadt in Nepal ist. Kathmandu liegt im Herzen des dicht besiedelten Kathmandu Tales, das von 2000 bis 2700 m hohen Bergen eingekesselt wird. Kathmandu ist ein regelrechtes Freilichtmuseum und zur Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten sollten mehrere Tage eingerechnet werden. Das Stadtbild wird geprägt durch verträumte Straßen und Gassen, in denen sich überall liebevoll gestaltete Holzschnitzereien finden lassen und in denen man das Gefühl hat, auf eine mittelalterliche Zeitreise zu gehen. Doch als Europäer wird man vor allem auf ein Chaos auf den großen Straßen treffen, die sich Fußgänger, Autos, Mopeds und Rinder auf gleiche Weise teilen. Hier pulsiert das Leben und überall lassen sich viele neue Eindrücke riechen, schmecken und erleben. Altertümliche Zeiten wird man vor allem in Kathmandus Altstadt spüren, wo besonders am geschäftigen und autofreien Durbar Square viele hinduistische Tempelanlagen errichtet wurden. Mit dem Durbar Square wird man die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Kathmandu und in Nepal finden. Hier, am Platz vor dem alten Königspalast und dem Hanuman Dhoka mit seinen Pagoden und Tempeln hat jeder wichtige Hindugott seinen eigenen Tempel und viele Gläubige legen Ihnen hier ihre Opfer dar. Der höchste Tempel hier ist der Taleju-Tempel, der der Göttin Taleju gewidmet ist und imposant in den Hanuman Dhoka-Palast gebaut wurde. Besondere Sehenswürdigkeiten am Durbar Square sind der Jagannatha-Tempel, der der älteste Tempel am Platz ist, die 3 m große Steinstaue des Kala Bhairava als Manifestation Shivas, die Chyasin Dega-Pagode, die Krishna gewidmet wurde, und der Maju Deval, der zu Ehren Shivas den Osten des Platzes dominiert. Kulturliebhaber sollten dem Museum im Narayanhiti Durbar in Kathmandu einen Besuch abstatten. Hier erschoss Kronprinz Dipendra 2001 zuerst seine Familie und anschließend sich selbst. Nach der Abschaffung der Monarchie in Nepal wurde der Palast 2008 in ein Museum umgewandelt.

Kathmandu - Nepal
Der Taleju-Tempel in Kathmandu ist nur eine der vielen Sehenswürdigkeiten in Nepal.

Besonders hervorzuheben unter den Sehenswürdigkeiten in Nepal ist der Pashupatinath-Tempelkomplex, wo etwa sechs Kilometer östlich von Kathmandu gläubige Hindus ihre Toten auf Scheiterhaufen am Rande des Flusses Bagmati verbrennen und auch rituelle Waschungen veranstalten. Der Pashupatinath ist eine der wichtigsten Tempelanlagen in Nepal und des Hinduismus und wurde mit den anderen Sehenswürdigkeiten des Kathmandus Tals in Nepal als Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

Eine weitere imposante Sehenswürdigkeit ist der Shingha Durbar, in dem das Parlament und die Regierung von Nepal sitzen. Der Palast wurde 1901 als “Löwen-Palast” und als damals größter Palast Asiens errichtet. Nicht weniger sehenswert ist der Bhimsen Tower, von dessen Balkon im 8. Stock ein wunderschöner Blick über das Kathmandu Tal geboten wird.

Der größte westliche Einfluss in Nepal wird in Thamel geboten, dem Stadtteil von Kathmandu, wo sich Diskotheken, Massagesalons und Hotels aneinanderreihen und alles bieten, was das Touristenherz begehrt.

Im Westen von Kathmandu wurde auf einem Hügel der Tempelkomplex Swayambhunath erbaut, der neben Borobudur auf Java in Indonesien als eine der ältesten buddhistischen Tempelanlagen der Welt gilt.

Die Gebirgswelt von Nepal

Nördlich von Kathmandu liegt das Helambu Gebiet im Langtang Nationalpark. Hier bietet Nepal besonders schöne Landschaften und zahlreiche Möglichkeiten für Trekkingtouren durch eine unberührte Natur. Ein besonderes Erlebnis ist auch ein Flug über dieses Gebiet und eine Erkundung der Gebirgslandschaft aus der Luft. Der Langtang Nationalpark ist eines der größten Naturreservats in Nepal und wurde als erster Himalaya-Nationalpark gegründet. Hier herrschen Höhenunterschiede von bis zu 3500 m und so ist das vorherrschende Merkmal eine große Vielfalt an Waldarten mit unterschiedlichen Ökosystemen. Im Langtang Nationalpark gibt es drei Hauptwanderrouten: durch das Langtang-Tal, durch die Region Helambu sowie zum Gosaikundasee.

Mount Everest - Nepal
Ein Yak vor dem majestätischen Mount Everest in Nepal.

Doch einen besonderen Reiz übt natürlich der zum UNESCO-Welterbe gehörende Nationalpark Sagarmatha mit dem Everest Gebiet rund um den Mount Everest aus. Der Berg ist mit 8848 m nicht nur der höchste Berg in Nepal, sondern auch auf der ganzen Welt und wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit in Nepal. Tenzing Norgay und Edmund Hillary bestiegen den Giganten am 29. Mai 1953 zum ersten Mal und  Reinhold Messner und Peter Habeler folgten am 8. Mai 1978 sogar ohne zusätzlichen Sauerstoff. Seit den 80er Jahren wird die Besteigung des Mount Everest kommerziell genutzt und immer mehr Bergsteiger reisen nach Nepal, um den höchsten Berg der Erde zu besteigen. Jährlich besuchen bis zu 31.000 Besucher den Sagarmatha-Nationalpark und wandern auf dem Mount Everest Trek, der als Fernwanderweg von Lukla zum Aussichtsberg Kala Patthar und zum Mount Everest Base Camp reicht. Aufgrund des hohen Besucheraufkommens wird dieser Trek in Nepal deswegen auch scherzhaft Solu-Khumbu-Highway genannt. An diesem Trek finden sich hotelähnliche Lodges, die Wanderungen in diesem Gebiet von Nepal in nie dagewesener Weise komfortabel machen.

1973 gründete Nepal den Royal Chitwan National Park als ersten Nationalpark des Landes. Er liegt im Süden von Nepal in den südlichen Vorbergen des Himalaya und wer wilde Tiere in freier Natur beobachten möchte wird hier auf den “König des Dschungels”, den Bengalischen Tiger treffen. Schakale, Lippenbären, Axishirsche und Panzernashörner haben hier ebenfalls ihren Lebensraum in Nepal gefunden und etwa zwei Drittel der bedrohten Vogelarten, die in ganz Nepal vorkommen, leben im Chitwan National Park.

Nepal lässt das Herz eines jeden Trekkers schneller schlagen und wen es nicht zum Mount Everest zieht wird mit Nargakot, Dhulikhel oder Kakani atemberaubende Aussichtspunkte auf das imposante Gebirge des Himalayas finden.

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