Zwischen Seaflower und Inquisition – Reisen nach Kolumbien

Das an Brasilien, Ecuador, Panama, Peru und Venezuela grenzende Land Kolumbien ist um einiges vielfältiger als man auf den ersten Blick meinen könnte. Neben unzähligen Sehenswürdigkeiten in Kolumbien gibt es hier das höchste Küstengebirge des gesamten Planeten, uralte Ruinen, ein riesiger Regenwald, traumhafte karibische Strände, weite Kaffeeplantagen und moderne Wolkenkratzer. Eine Reise in das südamerikanische Kolumbien ist nicht zuletzt aufgrund dieser Mischung für Jedermann geeignet.

Im Norden von Kolumbien findet man die Ruinen der Stadt Ciudad Perdida. Die Stadt wurde noch vor der Ankunft Christoph Kolumbus‘  erbaut und ist somit über 500 Jahre alt. Die Temperaturen liegen fast das ganze Jahr über bei ca. 30° Celsius, für eine Erfrischung sorgt allerdings die kühle Meeresbrise des angrenzenden Karibischen Meers. Ein Besuch Ciudad Perdidas bedeutet allerdings nicht nur einen Ausflug zu den historischen Ruinen, sondern auch das größte Küstengebirge der Welt bestaunen zu dürfen. Die Ruinen befinden sich nämlich inmitten der Sierra Nevada de Santa Marta, deren höchsten Berge fast 5800 Meter hoch sind.

Cartagena - Kolumbien
Die Skyline der Stadt Cartagena in Kolumbien verspricht Urlaubsfeeling pur.

Im Westen der Ruinen befindet sich die Stadt Cartagena. Auch Cartagena liegt am Karibischen Meer und eignet sich deshalb nicht nur als Städtebesichtigung, sondern auch als Badeurlaub. Neben den traumhaften karibischen Stränden, gibt es noch zahlreiche andere Dinge zu besichtigen. Ein Beispiel hierfür ist das Palacio de la Inquisition. Im 17. Jahrhundert wurde hier an unzähligen Geräten gefoltert, die man in dem Museum näher betrachten kann. Das Gebäude selbst ist im typischen Kolonialstil errichtet und ist eine kühle Erholungspause der heißen Sonne.
Zum Schutz der Stadt wurde auch die Castillo de San Felipe de Barajas erbaut. Als größte Festung, die jemals in einer spanischen Kolonie errichtet wurde, steht sie bei einem Besuch in Cartagena ganz oben auf dem Pflichtprogramm.

Wer die Stadt besichtigt, wird auch früher oder später am Plaza de la Aduana vorbeikommen.  Hier waren früher die wichtigsten Regierungsgebäude untergebracht und nach wie vor präsentiert sich inmitten des Platzes eine prächtige Statue von Christoph Kolumbus, nach dem das Land in Südamerika benannt ist. Cartagena bietet mit seinen historischen Sehenswürdigkeiten und seinen paradiesischen Stränden die perfekte Mischung aus Städte- und Badeurlaub.

Medellin - Kolumbien
Blick über die Dächer Medillins in Kolumbien.

Cartagena ist aber bei weitem nicht die einzige sehenswerte Stadt in Kolumbien. Medellin, im Nordwesten des Landes, ist die zweitgrößte Stadt von Kolumbien. Hier lassen sich viele beindruckende Bauwerke finden. Ein Beispiel hierfür ist die Catedral Metropolitana de Medellín. Die moderne Kirche stammt aus dem Jahr 1931 und ist der größte Lehmziegelbau der Erde. Ein weiteres eindrucksvolles Bauwerk lässt sich im Herzen der Stadt finden: Das Palacio de la Cultura Rafael Uribe. Das außergewöhnliche Gebäude ist wie der Name schon sagt Schauplatz der verschiedensten Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Kunstausstellungen. Ein Blick in den Veranstaltungskalender während des Aufenthalts lohnt sich!

Jaguar - Kolumbien
Der Jaguar steht Pate für die artenreiche Vielfalt Südamerikas. Die Großkatze lebt auch in Kolumbien.

Wer dem Trubel der Stadt entkommen möchte, sollte sich eine Pause im Rio Claro Valley gönnen. Das Naturschutzgebiet zwischen Medellin und der Hauptstadt Bogota ist die tropische Heimat vieler Tierarten. Zwischen exotischen Pflanzenarten und klaren Flussströmen kann hier neue Kraft für die weitere Reise getankt werden.  In Kolumbien können Naturfreunde aber auch selbst aktiv werden. Hier lohnt sich ein Ausflug in die Sierra Nevada del Cocuy. Das Gebirge kann unzählige Bergseen von strahlender Schönheit aufweisen. Da die Sierra Nevada del Cocuy als Nationalpark geführt wird, muss man sich allerdings erst in der Parkverwaltung die Erlaubnis zum Wandern genehmigen lassen.

Bogota - Kolumbien
Die neoklassizistische Catedral Primada de Bogota ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Kolumbien.

Im Zentrum von Kolumbien befindet sich die größte und gleichzeitig die Hauptstadt des südamerikanischen Staates: Bogota. Die Stadt liegt in den Anden, der längsten Gebirgskette auf dem gesamten Planeten. Das Plaza de Bolivar liegt im historischen Zentrum der Altstadt und hat viele beschauliche Bauwerke zu bieten. Die markantesten unter ihnen sind das Palacio de Justicia und die Catedral Primada de Bogota. Das Palacio de Justicia im Norden des Platzes ist ein sehr auffallendes Gebäude und Sitz des Obersten Gerichts. Die Catedral Primada de Bogota ist die größte Kirche der Hauptstadt und ist ganz anders als der Justizpalast im neoklassischen Stil errichtet. Der Bau wurde schon im 16. Jahrhundert begonnen, aber erst rund 270  Jahre später fertiggestellt. Eine weitere Sehenswürdigkeit nahe der Stadt ist der Berg Monserrate, der etwa 3100 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Besucht werden kann der Berg durch verschiedene Wanderrouten oder über eine Seilbahn. Dort angekommen findet man eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert und gemütliche Cafés und Restaurants vor.
Wer in Bogota zu Besuch ist, sollte auch das große Angebot an Tagesausflügen nutzen. Sehr zu empfehlen ist ein Trip zu eine der Kaffeeplantagen.

Monserrate - Kolumbien
Die Kirche auf dem Monserrate mit dem Schrein des „Gefallenen Jesus“ ist ein beliebtes Wallfahrtsziel.

Ein weiteres Highlight findet sich ca. 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bogota: Zipaquirá. Die Stadt beherbergt die außergewöhnliche Salzkathedrale, die in einer Salzmine errichtet wurde. In dem originellen Gotteshaus können auf großem Raum bis zu 8400 Personen gleichzeitig sein.
Zudem bietet auch San Agustin das perfekte Ziel für einen Ausflug. Lange bevor die Europäer den Kontinent besiedelten, lebte hier ein kleines Volk, das über Jahrhunderte weg eine Vielzahl an Felsstatuen geschaffen hat, um die Toten zu ehren. Diese faszinierenden, mit viel Liebe gestalteten Felsstatuen und die dazugehörigen Gräber, sollte man sich nicht entgehen lassen, zumal das Dorf zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Die rätselhaften Gräber und teilweise meterhohen Statuen lassen auch heute noch viele Fragen offen.

Die Vielfalt von Kolumbien scheint aber kein Ende zu finden. Neben den belebten Städten gibt es auch Gebiete in vollkommenster Natur. So kann Kolumbien auch die auf der ganzen Welt größte geschützte Regenwaldfläche vorweisen. Hier, zwischen außergewöhnlichen Pflanzen, ungewöhnlichen Tieren und unzähligen Hängebrücken, findet man sich in einer ganz anderen Welt wieder. Mit rund 6,5 Kilometern Länge ist der Amazonas der zweitlängste Fluss der Welt und erstreckt sich fast über den halben Kontinent. Außerdem sollte man sich das einzigartige Farberlebnis des Flusses „Caño Cristales“ nicht entgehen lassen. Ob Gelb, Blau, Grün, Gelb oder Schwarz – Durch die unterschiedlichen Farben am Boden des Flusses, kann man hier ein Naturereignis der besonderen Art miterleben. In dieser Region finden sich übrigens auch sehr viele natürlichen Schwimmbäder in vortrefflicher Schönheit und viele in der Sonne glitzernden Wasserfälle.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Kolumbien ist das zum UNESCO gehörende Biosphärenreservat „Seaflower“ im Karibischen Meer. Zu den geschützten Gebieten gehört unter anderem auch das drittgrößte Korallenriff der Welt. Zu dem Schutzgebiet gehören auch einige karibische Inseln, wie beispielsweise die Inselgruppe San Andrés y Providencia, die jedes Jahr unzählige Reisende anlockt. Mit ihren erstklassigen, paradiesischen Stränden stellen sie das perfekte Ziel für einen Badeurlaub dar.

Kolumbien ist das perfekte Reiseziel für Reisen aller Art. Eine Reise nach Kolumbien bedeutet eine Vielfalt kultureller und historischer Orte der Erde zu entdecken, aber auch an exzellenten Stränden zu entspannen.

Bildnachweis v.o.n.u.: © Dieter Schütz – pixelio.de, tommco – sxc.hu, morecags – sxc.hu, mateosaenz – sxc.hu, mateosaenz – sxc.hu